Gemüse:
Was tun, wenn aus den Blüten
keine Früchte werden?
Kürbisgewächse, also auch
Zucchini, Melonen und einige Freilandgurkensorten, haben sowohl
männliche als auch weibliche Blüten. Um Früchte
anzusetzen, müssen die Blüten bestäubt werden.
Zur Übertragung des Blütenstaubes braucht es Insekten,
die allerdings bei Regenwetter nicht sehr flugbegeistert sind.
Dann sollte mit einem Pinsel nachgeholfen werden.
Bei Fruchtgemüsearten mit zwittrigen
Blüten (Tomaten, Paprika, Auberginen) ist die Bestäubung
sicherer, da der Pollen die kurze Strecke bis zur Narbe leicht
durch Wind oder Erschütterungen zurücklegen kann.
Anders ist das in geschlossenen Gewächshäusern:
kein Wind, wenig Insekten. Während Tomaten, Paprika und
Auberginen nur regelmäßig einmal geschubst werden
müssen, damit der Blütenstaub rieselt, sind Kürbisgewächse
auf den Pinsel angewiesen.
Was sind die richtigen Aussaattermine?
Sehr frühes Gemüse
Bereits ab etwa Anfang/Mitte März können bei günstigem
Wetter und unter Folienschutz ausgesät werden: frühe
Möhren, Mangold, Pastinake, Pflücksalat, Rettich,
Radieschen und Spinat. Auch eine Pflanzung von Salat und Kohlrabi
ist dann schon möglich.
Gemüse für die Sommeraussaat
Sommersorten von Radieschen und Salat sowie Möhren eignen
sich als Folgekulturen. Knollenfenchel, Zuckerhut, Endivien,
Radicchio werden Mitte Juni bis Mitte Juli gesät. Chinakohlsaaten
werden nicht vor Mitte Juli ausgebracht.
Sehr spätes Gemüse
Ab September können wieder frühe Radieschensorten
gesät werden. Außerdem: Spinat, Feldsalat, weiße
Frühlingszwiebeln und Winterportulak.
Soll man Geiztriebe bei Tomaten entfernen?
Tomatenpflanzen können leicht außer
Rand und Band geraten, wenn man nicht rechtzeitig alle Seiten-
und Geiztriebe - am besten mit den Fingern - entfernt. Dadurch
gibt es nicht nur eine frühere Ernte, sondern auch die
größten und schönsten Früchte.
Ausnahme: Bei kühler, feuchter
Witterung werden die Blätter oft gelb oder fleckig und
müssen vorzeitig entfernt werden. Damit die Pflanze nicht
verkahlt, kann man das unterste Blatt der Geiztriebe als Ersatz
stehenlassen.
Noch eine Ausnahme: Die Züchter
bringen immer mehr Buschtomatensorten auf den Markt. Diese
bleiben relativ niedrig und nur gelegentlich, wenn sie unübersichtlich
werden, muß den einen oder anderen Trieb einmal herausnehmen.
Was tun gegen madige
Möhren?
Madige Möhren, Rettiche und Radieschen,
abgefressene Wurzeln an Kohljungpflanzen - das Werk von Gemüsefliegen.
Der moderne Gärtner kann diesen Schädlingen ein
Schnippchen schlagen: mit einer Vliesauflage oder, noch besser,
einem mehrfach verwendbaren Kulturschutznetz, das man auch
im Sommer verwenden kann, wenn es unter dem Vlies zu heiß
wird.
Vliese und Netze werden nach der Saat
aufgelegt und bleiben bis zur Ernte auf dem Beet. Bei Kohl
reichen nach der Pflanzung zwei Wochen Schutz, außer
bei den empfindlicheren Kohlrabi- und Blumenkohlsetzlingen.
Da darf es gern etwas länger sein.
Um Laubschäden zu verhindern,
legt man das Netz nur locker über die Pflanzen oder baut
mit Bügeln einen niedrigen Tunnel. Mit dieser Maßnahme
hält man auch die Lauchmotte von Zwiebelgewächsen
und Blatt- und Wurzelläuse von Salat fern.
Bitte beachten: Auch unter Vlies und
Netz wächst Unkraut!
Was ist besser Stecken
oder Aussäen?
Zwiebeln können im März/April
gesät oder gesteckt werden. Steckzwiebeln sind bereits
im Juli, Saatzwiebeln erst im Spätsommer reif. Die Aussaat
macht außerdem mehr Mühe, weil die Sämlinge
in den Reihen vereinzelt werden müssen.
Vorteil der aus Samen gezogenen Zwiebeln:
Die Auswahl an verschiedenen Sorten ist sehr groß. Wägen
Sie ab, was Ihnen lieber ist.
|